In einer Architektenvilla in Brandenburg wurden Sichtbetonwand und Sichtbetondecke nachträglich bearbeitet. Offene Kabelschlitze, Ankerlöcher und fehlende Ankerkonen unterbrachen Schalungsbild und Porigkeit. Ziel der Betonkosmetik war, diese Eingriffe zurückhaltend in die Fläche zu integrieren und die natürliche Betonoptik sichtbar zu erhalten.
Die Fläche vereinte mehrere typische Aufgaben, die nur im Zusammenspiel eine stimmige Wirkung ergeben:
Bei jeder Bearbeitungsstelle waren Farbton, Porigkeit und der Übergang zur angrenzenden Fläche entscheidend. Eine funktional geschlossene Öffnung genügt bei Sichtbeton nicht: Sie muss sich auch im Blick über Wand und Decke nachvollziehbar in die bestehende Oberfläche einfügen.
Durch die aufeinander abgestimmte Retusche wurden die nachträglichen Eingriffe deutlich zurückgenommen, ohne die vorhandene Betonwirkung zu überdecken. Das Projekt zeigt, wie punktuelle Betonkosmetik an Wand und Decke eine zusammenhängende, architektonisch ruhige Sichtbetonfläche unterstützen kann.